Der künstlerisch begabte Universalhandwerker

Der Dorfverein Crussow 2001 e. V. hatte den Angermünder Kunstschmied und Restaurator Wilfried Schwuchow zu einem Vortrag über sein Wirken eingeladen.

Mit Bildern, die er im Vereinshaus aufstellte, illustrierte  er seinen Ausführungen und mit Filmdokumenten vom TVAL, vom RBB und der ARD zeigte er uns die öffentliche Aufmerksamkeit für seine bekanntesten Kunstobjekte.

Wilfried Schwuchow mit seinem neuesten Projekt

 volle Aufmerksamkeit der Zuhörer

Sein Lebenslauf zeigt, wie aus einem Flüchtlingskind, dessen Familie hier in der Uckermark ihr Leben von Null an neu organisierte, ein fleißiger Schüler und Lehrling wurde. Er nutzte alle Möglichkeiten der Ausbildung, sogar die moderne Form der „Wanderschaft“, er ging „auf Montage“.

Nebenbei war er - was man ihm heute nicht so sehr ansieht - Sportler durch und durch, in Frankfurt/Oder hat er sogar geboxt.

Immer hatte er eine künstlerische Ader, in seiner Jugend war das die Malerei, es gibt noch Landschaftsbilder und Portraits in Öl. Nachdem er seinen Meistertitel als Kunstschmied erworben hatte, schuf er in diesem Metier viele Stücke, die weit übers Land sichtbar sind, es sind derzeit 132 Bekrönungen von Kirchtürmen in der Uckermark und hauptsächlich in den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

der berühmte Pokal "750 Jahre Berlin"

 angeregte Diskussion nach dem Vortrag

Seine Liebe sind jedoch Uhren, je größer, je lieber! Turm- und Schuluhren, die er repariert oder gar fast neu wieder aufgebaut hat, hat er nicht gezählt. Aber supergroße Uhren baut er besonders gern, z.B. die Blumenuhr auf dem Markt von Erkner. Das „Größte“ jedoch ist die
5 Meter große Taschenuhr für Eberswalde, sie ist ins Guinnesbuch der Rekorde aufgenommen worden.

Bei seinen Gedanken ist manchmal der ihm innewohnende Schalk spürbar, besonders beim Silberpokal, den er 1987 zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt Berlin anfertigte. Natürlich musste er dieses Objekt in der Entstehungsphase ständig begutachten lassen! Beinahe wäre ihm ein toller Cup gelungen, er hatte nämlich das (Ost) Rote Rathaus und hinten das (West) Schöneberger Rathaus nachgebildet. Die Stasi hat es ihm abgenommen, dass er dabei nichts Böses gedacht hatte. Um so stolzer war er 2 Jahre später, als die von ihm „vorausgesehene“ Vereinigung der beiden Teilstädte kam und die beiden Bürgermeister Walter Momper und Tino Schwierzina aus seinem Pokal tranken.

Wilfried Schwuchow hat uns Crussower sehr angenehm unterhalten, die Zeit verging wie im Fluge, wir hätten gern noch Stunden miteinander diskutiert. Vielen Dank!

Hartmut Konipanzki